Rückbau der ehemaligen Produktionshalle und Bodensanierung auf dem Betriebsgelände der Verzinkerei Sulz am Neckar

Zeitlicher Ablauf:
- Nov. 2009:
Orientierende Altlasterkundung mit Abschätzung von Gefährdungspotential und Handlungsbedarf.
- Feb. 2010: Ergänzende Untersuchung von Boden und Grundwasser.
- seit Feb. 2010: Grundwassermonitoring.(andauernd).
- März 2010: Schätzung der Kosten für den geordneten Rückbau und die Bodensanierung bei Vergleich von zwei unterschiedlichen Sanierungsvarianten.
- Juli 2011: Orientierende Erkundung der Bausubstanz.
- Juli/Aug. 2011: Erstellung eines Konzeptes für den geordneten Rückbau und die Bodensanierung.
- Aug/.Sept. 2011: Ausschreibung der Rückbau- und Erdbauleistungen.
- Sept./Okt. 2011: Ausschreibung der Entsorgungsleistungen "Bausubstanz und Aushub".
- Dez. 2011 -
Dez. 2012:
Kontrollierter Rückbau der ehem. Produktionshalle und Entsorgung kontaminierter Bausubstanz.
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April - Juli 2013:Bodensanierung; Aushub und Entsorgung hoch belasteter und hochmobiler Bodenverunreinigungen (sog. „hot spots“) aus dem Untergrund der ehemaligen Halle.
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Okt. - Dez.  2013:Verfüllung der Baugrube mit Abraum- u. Recyclingmaterial.


























Eckdaten zur Produktionshalle:

- Maße:
LxBxH = 135 m x 40 m x 8,6 m (Traufe) bzw. 10 m (First)
- Bauweise: Stahlbetonskelett mit 18 Achsen a` 7,5 m in Längsrichtung und 3 Achsen a` 20 m in Querrichtung
- Grundfläche: Ca. 5.540 m² (inkl. Anbau für Säurebehälter)
- Umbauter Raum: Ca. 51.000 m³ (ohne Fundamente)
- Mauerwerk: Zwischen- und Außenwände teils aus Beton, teils aus Leichtbeton- bzw. Gasbeton
- Dächer: Hölzernes Satteldach über der Nord- und Südhälfte der Halle; Dachhaut aus Kunststoffvlies auf teerfreier Dachpappe
- Bodenplatten: Armiert, Stärke im Mittel 20-25 cm. in Kellerbereichen (Ofengrube) bis 75 cm
- Besonderheiten:
Sicherung der Kommunwand zu bestehender Halle im Westen und zu Werkstatt-/Sozialgebäude im Südwesten
- Verunreinigung der Bausubstanz:
Belastung der mineralischen Bausubstanz insbesondere der Bodenplatte und Wände mit Zink und Chlorid bis DK II sowie untergeordnet Verunreinigungen durch Ammonium, Sulfat und PCB
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Separierung
Aufhaldung, analytische Untersuchung von insgesamt 43 Bausubstanzhaufwerken (insg. 11.000 t mineralische Baustoffe) und ordnungsgemäße Entsorgung bzw. Verwertung gem. festgestellter Belastung
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Verwertung:

Insgesamt ca. 6.850 t belastetem Bauschutt als Profilierungs-, Bermen-, Drainage- oder Wegebaumaterial auf der Deponie Tuningen.
Brechen und Verwendung von rund 37 % des mineralischen Bauschuttes (ca. 4.150 t) zur Rückverfüllung in die Baugruben der Bodensanierung




















Auch hier einige Fotos zum Projekt:








Eckdaten zur Bodensanierung:

- Keine vollständige Sanierung, sondern Beschränkung auf die Beseitigung der "hot Spots" im Umfeld der Tauchbecken.
- Das Aushubmaterial bestand überwiegend Auffüllungen aus bindigen bis kiesigen Auffüllungen sowie bindigen und kiesigen natürlichen Böden (Auesedimente bzw. quartäre Kiese).
- Die Bodenverunreinigungen konzentrierten sich auf Zink, Chlorid sowie untergeordnet auch PAK, PCB und MKW sowie vereinzelt Arsen, Blei, Cadmium und Kupfer.
- Aushub von insgesamt rund 3.200 m³ Bodenmaterial bis zum Grundwasserspiegel, davon 74 % bzw. 2.400 m³ höchstbelastet (DK-I- und DK-II-Material); Verwertung als Profilierungsmaterial im Deponiebau;
Rückverfüllung von etwa 800 m³ gering belastetem Bodenmaterial (< Z1.1 gem. LAGA bzw. VwV Boden) vor Ort.
- Im Vergleich zur Kubaturschätzung wurden mehr als 95 % der höchstbelasteten Böden mit hochmobilen Schadstoffen (DK-I- und DK-II-Mat) aus dem Untergrund der ehem. Halle entfernt.



Besonderheiten:
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Kontrollierte Verfüllung der Baugruben mit angeliefertem unbelastetem Bodenmaterial (ca. 3.700 t) bis 1 m über dem höchsten bekannten Grundwassersspiegel.
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Rückverfüllung von 4.150 t Recycling-Material aus Hallenabbruch sowie ca. 1.300 t gering belastetes Bodenmaterial inkl. Verdichtung.
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Laufende Grundwasserüberwachung über die Bauzeit (Hallenrückbau und Bodensanierung) hinaus.